Meldio

Gefährdungsanzeige in der Produktion

Diese Seite ist mit Gefährdungsanzeige überschrieben, weil das fertige Dokument für die Produktion einen Haftungsabschnitt enthält, der ausdrücklich davon spricht, Gefahren für Kolleg:innen, Sachwerte und den Betrieb abzuwenden. Eine scharfe gesetzliche Trennung zwischen Gefährdungs- und Überlastungsanzeige gibt es nicht, und in der Praxis werden die Begriffe oft synonym verwendet; es kommt vor allem auf den Inhalt an, weniger auf die Überschrift. Ausführlicher steht das im Leitfaden.

Was in der Schicht gefehlt hat, wird strukturiert erfasst: eine kurzfristige Krankmeldung, eine nicht vollständig besetzte Schicht, für einen Sonderauftrag abgezogenes Personal, eine Leiharbeiterin ohne Maschineneinweisung, ein Azubi oder eine Praktikantin, die als vollwertige Kraft eingeplant wurden, eine strukturell unterbesetzte Linie oder Anlage, ein nicht verfügbarer Springer und eine Doppelschicht, die zum Ausgleich nötig war.

Bei den Funktionen zählt, ob eine Schichtleitung oder ein Meister besetzt war, ob eine Instandhaltungskraft verfügbar war, ob Sicherheitsbeauftragte anwesend und die Ersthelfer-Funktion besetzt waren, ob eine Qualitätsprüferin im Dienst war, ob eine Anlagenführerin oder Einrichterin besetzt war, ob eine Staplerfahrerin mit gültigem Staplerschein verfügbar war und ob die erforderliche Maschinenberechtigung beziehungsweise der Befähigungsnachweis vorlag. Der letzte Punkt lässt sich damit getrennt festhalten: dass eine Aufgabe übertragen wurde, für die die formale Berechtigung fehlte.

Erschwerend wirken eine hohe Taktvorgabe, Sonder- und Eilaufträge, Qualitätsprobleme mit Nacharbeitspflicht, ein neues Produkt oder eine neue Maschine ohne ausreichende Einarbeitung, aus der Vorgängerschicht übernommene Fehler, häufige Rüstwechsel, die parallele Bedienung mehrerer Anlagen, der Anlauf neuer Produkte, kurzfristige Auftragsänderungen und die Ermüdung aus vorangegangenen Schichten. Als Vorkommnisse lassen sich ein Arbeitsunfall, ein Beinaheunfall, ein Anlagenausfall, ein Brand- oder Chemikalienvorfall, eine Leckage mit Austritt von Gefahrstoffen, Rauchentwicklung ohne offenen Brand, ein Materialstau oder eine Verletzung mit Erste-Hilfe-Bedarf festhalten. Zur Ausstattung gehören defekte Maschinen, eine defekte Schutzeinrichtung oder Sicherheitstechnik, ein ausgefallenes Leitsystem, MES- und ERP-Störungen, ein Stromausfall, fehlendes Werkzeug sowie unzumutbare Temperatur- und Klimabedingungen oder mangelhafte Beleuchtung.

Was in der Schicht liegen geblieben ist

Die Anzeige benennt anschließend, was dadurch nicht mehr ging. Bei Qualität und Prüfung sind das eine nicht vollständig durchgeführte Qualitätsprüfung, zurückgestellte Nacharbeit, ein nur rudimentäres Prüfprotokoll, nicht gemeldeter Ausschuss und eine übersprungene Erstmusterfreigabe. Bei Wartung und Rüsten geht es um nicht durchgeführte planmäßige Wartung, unterschrittene Rüstzeit, entfallene Maschinenreinigung, übergangene Schmierung und Verschleißprüfung und einen nicht eingehaltenen Rüstplan.

Ein eigener Block gilt der Arbeitssicherheit: eine entfallene Sicherheitsunterweisung oder ein ausgelassener Sicherheitscheck, nur eingeschränkt mögliche Verwendung der Schutzausrüstung, eine unterbliebene Gefährdungs- oder Beinaheunfallmeldung und eine entfallene UVV- oder Betriebsmittelprüfung. Dazu kommt die Dokumentation — ein unvollständiges Produktionsprotokoll, eine lückenhafte Chargendokumentation, eine verkürzte Schichtübergabe, ein nicht erstelltes Änderungsprotokoll, ein ungepflegtes Maschinen- oder Betriebstagebuch — sowie der eigene Arbeitsschutz: eine nicht eingehaltene Pflichtpause, eine unterschrittene Mindestruhezeit, schwere körperliche Arbeit ohne ausreichende Erholung und fortgesetzte Hitzearbeit ohne Schutzmaßnahmen.

An wen sie in der Produktion üblicherweise geht

Vorgeschlagen sind die Schichtleitung beziehungsweise der Meister als vorgesetzte Stelle und der Betriebsrat als Interessenvertretung. Ergänzend lassen sich die IG Metall oder die für den Betrieb zuständige Gewerkschaft und die zuständige Arbeitsschutzbehörde auswählen — welche Gewerkschaft zuständig ist, hängt von Branche und Region ab. Als Abhilfe kann die Anzeige unter anderem einen Springer, eine reduzierte Taktvorgabe oder einen Anlagenstopp, eingeplante Wartung, eine angepasste Schichtbesetzung, eine beauftragte Instandhaltung, eine sichergestellte Einweisung oder die konsequente Einhaltung der Pausenregelung benennen.

Einschlägige Normen

Die folgenden allgemeinen Regelungen führt das Dokument auf Wunsch als Hinweis mit auf. Eine Aussage über einen einzelnen Dienst ist damit nicht verbunden.

Jetzt erstellen

Der Assistent ist bereits auf den Bereich Produktion/Industrie eingestellt. Ausfüllen dauert wenige Minuten, kostet nichts und braucht kein Konto. Nichts wird hochgeladen: Alle Angaben bleiben in deinem Browser, bis du das fertige Dokument selbst speicherst oder ausdruckst.

Schritt 1 von 3Deine Situation

Deine Situation

Sollbesetzung
Tatsächliche Besetzung
Art des Ausfalls
Fehlende Qualifikation/Funktion

Weiterlesen

Andere Bereiche

Diese Seite gibt allgemeine Informationen und keine Rechtsberatung zu deinem Einzelfall. Für eine rechtliche Einschätzung wende dich an deine Gewerkschaft, deinen Betriebsrat beziehungsweise deine Mitarbeitervertretung oder an eine Fachanwältin oder einen Fachanwalt für Arbeitsrecht.